Schlichtungskommission

Der Vorstand der Liechtensteinischen Treuhandkammer hat mit Beschluss vom 12. Juni 2018 eine Schlichtungskommission eingesetzt. Die Schlichtungskommission ist zuständig zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Kammermitgliedern, insbesondere in streitigen Mandatsübertragungsfällen gemäss Art. 18 Abs. 3 ff. der Standesrichtlinien. 

Der Vorstand hat für die Mandatsperiode vom 13. Juni 2018 bis 12. Juni 2020 folgende Personen als Besetzung für die Schlichtungskommission gewählt:

Schlichtungskommission

  • S.D. Prinz Michael von und zu Liechtenstein (Vorsitzender)
  • Dr. Stefan Wenaweser (Beisitzer)
  • Roger Frick (Beisitzer)

Ersatzmitglieder der Schlichtungskommission

  • Ersatzmitglied für Vorsitzenden:  Anton Wyss
  • Ersatzmitglied für Dr. Stefan Wenaweser: Gerhard Meier
  • Ersatzmitglied für Roger Frick:  Dr. Thomas Nigg

 

Die Schlichtungskommission kann über die Adresse der Geschäftsstelle der Treuhandkammer erreicht werden oder über die E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Nachfolgend findet sich ein Auszug aus Art. 18 der Standesrichtlinien, der das Verfahren beschreibt sowie ein Auszug aus Art. 7 der Standesrichtlinien, der den hier relevanten Interessenkonflikt beschreibt. Ziel dieser Regelung ist es, ein einfaches, rasches und kostengünstiges Verfahren zur Streitschlichtung zur Verfügung zu stellen. Durch die Delegation dieser Aufgabe vom Vorstand an die Schlichtungskommission ist diese zuständig. Somit hat eine Anzeige an die Schlichtungskommission zu erfolgen. Diese führt auch das weitere Verfahren durch. Kommt es zu keiner Einigung, spricht die Schlichtungskommission eine Empfehlung aus. Die Missachtung einer solchen Empfehlung kann disziplinarrechtliche Folgen nach sich ziehen. Dies gewährleistet, dass in berechtigten Fällen der Weg freigemacht wird für eine zeitnahe Übertragung von Verwaltungsmandaten. Voraussetzung für die Inanspruchnahme dieses Verfahrens ist die Einigkeit unter den Beteiligten (ausgenommen der Übergebende, vgl. dazu Art. 7) und das Vorliegen eines Interessenkonfliktes gemäss dem entsprechend angepassten Art. 7 der Standesrichtlinien oder eines anderen wichtigen Grundes. Am Anfang des Verfahrens steht das gemeinsame Gespräch zwischen den Kammermitgliedern. 

 

Auszug aus Art. 18 der Standesrichtlinien:

  " 3) Teilt ein Berufsangehöriger gegenüber einem anderen Berufsangehörigen mit, dass die Verwaltung eines Rechtsträgers aufgrund eines Interessenkonfliktes (Art. 7) oder eines anderen wichtigen Grundes übertragen werden soll, hat innerhalb von 30 Tagen ab dem schriftlichen Ansuchen auf Übertragung der Verwaltung ein gemeinsames Gespräch im Interesse des zu übertragenden Rechtsträgers stattzufinden. Liegt binnen dieser Frist keine einvernehmliche Lösung vor, hat der um Übertragung ersuchte Berufsangehörige dies binnen 14 Tagen unter Darlegung der Gründe für die Verweigerung der Mandatsübertragung dem Vorstand anzuzeigen. Verstreicht diese Frist ungenützt, kann dies der um Übertragung ersuchende Berufsangehörige dem Vorstand zur Anzeige bringen.

   4) Der Vorstand prüft unter Anhörung der Berufsangehörigen, ob ein Interessenkonflikt (Art. 7) oder ein anderer wichtiger Grund, welcher eine Mandatsübertragung rechtfertigt, vorliegt und spricht eine entsprechende Empfehlung an die beteiligten Berufsangehörigen aus.

   5) Eine Nichtbefolgung der Empfehlung des Vorstandes zur Übertragung eines Mandates zur Verwaltung eines Rechtsträgers kann ein Disziplinarvergehen gemäss Art. 21 darstellen.

   6) Die Berufsangehörigen unterliegen betreffend Informationen, welche durch das Verfahren vor dem Vorstand offengelegt werden, der Geheimhaltungspflicht gemäss Art. 14.

   7) Die dem um Übertragung ersuchten Berufsangehörigen im Zusammenhang mit dem Verfahren auf Mandatsübertragung gemäss diesem Artikel entstehenden Kosten sind von ihm selbst zu tragen, sofern der Vorstand eine Empfehlung auf Mandatsübertragung ausspricht. Wenn der Vorstand keine Empfehlung auf Mandatsübertragung ausspricht, kann der ersuchte Berufsangehörige dem Rechtsträger seine effektiven Kosten bis max. 5000 CHF in Rechnung stellen."

 

Auszug aus Art. 7 der Standesrichtlinien:

   "2) Ein Interessenkonflikt liegt auch dann vor, wenn die Interessen eines Berufsangehörigen als Organ eines Rechtsträgers dessen Interessen widersprechen. Neben anderen wichtigen Gründen kann dies auch im mangelnden Vertrauensverhältnis zwischen dem Berufsangehörigen und sämtlichen, diesem nicht nahestehenden und namentlich bestimmten Beteiligten des betroffenen Rechtsträgers, welches als zerrüttet erachtet werden muss, begründet sein."